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1.300 CMS-Installationen an internationalen Standorten in 18 Monaten

»Wir arbeiteten zwischenzeitlich parallel mit bis zu zehn Teams, die mit entsprechenden Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet wurden. Dies war besonders anspruchsvoll, denn jedes Land und jeder Betreiber hat eigene Richtlinien und Gesetze, und jede Anlage ihre Besonderheiten, die es alle zu beachten galt.«

In diesem Zitat klingt an, was es bedeutet, in wenigen Monaten zirka 1.300 Windenergieanlagen mit einem Condition Monitoring System auszurüsten / nachzurüsten. Dabei verantwortete Bachmann nicht nur die Lieferung der maßgeschneiderten Lösungen, sondern das gesamte Projekt- und Risk-Management, die Installation, Abnahme und Inbetriebnahme vor Ort.

In dem nachfolgenden Interview geben Dr. Steffen Biehl, Geschäftsführer der Bachmann Monitoring und Frank Köllner, Koordinator der Installationen in den europäischen Windparks, einen tieferen Einblick in das »Mammutprojekt« aus dem Jahr 2013 (Erstveröffentlichung: »realtimes« 10/2013, Kundenmagazin der Bachmann electronic GmbH).

12 Monate Durchlaufzeit für CMS-Installationen in 1.300 Windturbinen an internationalen Standorten: Von der individuellen Konfektionierung über den organisatorischen Kraftakt bis zur verlässlichen Zustands­überwachung

 

Dr. Biehl, in rund einem Jahr mussten 1.300 Windenergieanlagen unterschiedlichen Typs und geografisch weit verteilt auf der Welt mit einem CMS nachgerüstet werden. Wie geht man so eine Aufgabe an?

Dr. Steffen Biehl: Damit dies gelingen kann, müssen viele Faktoren passen. Wir haben in den vergangenen 10 Jahren umfangreiche Erfahrungen in der Nachrüstung von Windenergieanlagen gesammelt, wussten also, was uns erwartet und worin die Herausforderungen bestehen. Natürlich braucht es dazu eine wahrlich generalstabsmäßige Planung und ein tolles Team, aber auch eine enge Zusammenarbeit mit den Betreibern der Windenergieanlagen.


Dr. Steffen Biehl,
Geschäftsführer der Bachmann Monitoring

Das Ganze ist ja auch eine logistische Herausforderung: Zum einen war der Zeitraum für die Nachrüstung knapp bemessen, zum anderen betraf der Umbau sieben verschiedene Turbinentypen, verteilt auf fünf europäische Länder und die USA.

Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden rund eintausend CMS-Nachrüstungen produziert und vor Ort installiert. Wie sichert man den reibungslosen Ablauf?

Dr. Steffen Biehl: Wir lieferten und installierten nicht nur Komponenten, sondern waren von A bis Z für das Projekt verantwortlich. Eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Zusammenhang war das Risk-Management für die Installation vor Ort. Dabei geht es vor allem um den Schutz der handelnden Personen, also darum, Unfällen vorzubeugen und einen möglichst reibungslosen Umbau zu ermöglichen. In einer detaillierten Checkliste wurden deshalb von uns alle möglichen Gefahren erfasst, bewertet und im Vorfeld mit entsprechenden Maßnahmen belegt.

Wir arbeiteten zwischenzeitlich parallel mit bis zu zehn Teams, die mit entsprechenden Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet wurden. Dies war besonders anspruchsvoll, denn jedes Land und jeder Betreiber hat eigene Richtlinien und Gesetze, und jede Anlage ihre Besonderheiten, die es alle zu beachten galt.


Im Detail: Für jeden Turbinentyp wird vorab festgelegt, wo und welche Sensoren montiert sind. Dank individueller Montagesets ist die Installation sehr effizient und zeitsparend.


Frank Köllner: Die Aufgabe war darüber hinaus gleichermaßen technisch wie logistisch herausfordernd. Wir trafen auf die verschiedensten Turbinentypen und die Umbau- und Inbetriebnahmezeiten mussten auf das Minimum beschränkt bleiben.

Im Werk wurden deshalb bereits vorab praktisch anschlussfertige »Sets« zusammengestellt. Damit war sichergestellt, dass wir zu jeder Windenergieanlage die genau für diesen Turbinentyp und den jeweiligen Standort notwendigen Geräte, die Verkabelung und Werkzeuge zur Verfügung hatten. So blieben große Überraschungen vor Ort aus.

Frank Köllner,
Bachmann Monitoring GmbH

Um in kürzester Zeit hunderte von Condition Monitoring Systemen in Betrieb nehmen zu können, braucht es auch ein detailliertes Informationsmanagement.

Dr. Steffen Biehl: Ja, das stimmt. Die Installation ist nur das eine. Herausfordernd ist vor allem das Datenmanagement, sprich: die lückenlose Dokumentation – über jede einzelne der eingesetzten Komponenten, über das Installations- und Abnahmeprotokoll bis hin zur finalen Integration in das Netzwerk und das Monitoring jeder einzelnen Anlage.

Frank Köllner: Gemeinsam mit Bachmann Bochum haben wir dazu beispielsweise eine eigene »Kommissionierungs-App« für Smartphones und Tablets entwickelt, welche die geführte Dokumentation jedes Arbeitsschrittes ermöglicht. Darin werden zunächst durch das Installationsteam vor Ort alle Turbinendaten erfasst und der Standort der Anlage automatisch mit seinen GPS-Koordinaten identifiziert.

Anschließend dokumentiert der Techniker die Seriennummern von jeder einzelnen der installierten Komponenten, deren Einbauort und bei den installierten Sensoren auch die Einbaulage. Zusätzlich werden die Montagen bereits in der App mit Fotos hinterlegt. Darauf können dann zum Beispiel später die Spezialisten im Monitoring Center zugreifen, so die Situation vor Ort beurteilen und etwaige Unregelmäßigkeiten im Betrieb leichter zuordnen.

Effizient: In einer »Kommissionierungs-App« für Smartphones werden während der Installation alle Komponenten, deren Einbauort und das Ergebnis der Funktionstests dokumentiert.

Selbst das »End of Installation Protocol« wird dann gleich vor Ort – in der App – vom Techniker und dem Verantwortlichen unterschrieben und an eine zentrale Datenbank gesendet.


Zusammengefasst wird dies alles im EIP, dem »End of Installation Protocol«, welches gleich vor Ort – in der App – vom Techniker und dem Verantwortlichen unterschrieben und an eine zentrale Datenbank gesendet wird.

Welche »Besonderheiten« blieben bei diesem Projekt in Erinnerung?

Dr. Steffen Biehl: In so kurzer Zeit begegneten wir den verschiedensten Begebenheiten vor Ort, aber auch den unterschiedlichsten Kulturen und Arbeitsbedingungen. Es galt Sprachbarrieren zu überbrücken und manches Mal waren innerhalb einer Installation auch weite Wege zurückzulegen. In Polen beispielsweise waren die Windenergieanlagen eines Windparks im Umkreis von 100 km verteilt.

Frank Köllner (schmunzelt): ... und oft mussten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Gondel machen, wenn mal wieder der Lift im Turm ausfiel.

Dr. Steffen Biehl: Insgesamt boten die Installationen so manche Herausforderung und forderten dazu häufig auch unser Improvisationstalent. Sie konnten jedoch alle erfolgreich gemeistert werden, dank einem tollen Team und nicht zuletzt auch dank einer wirklich guten Zusammenarbeit mit allen Vor-Ort-Verantwortlichen.

Retrofit-CMS: Das Kompaktsystem zum Nachrüsten!

Retrofit-CMS: Das Kompaktsystem zum Nachrüsten!

Retrofit: CMS zum Nachrüsten!

Speziell für die nachträgliche CMS-Installation in Windenergieanlagen hat Bachmann Monitoring eine kompakte Lösung entwickelt: »Retrofit-CMS«.

Nachdem sich das System in umfassenden Versuchs- und Pilotinstallationen bewährt hat, kam »Retrofit-CMS« erstmals im Rahmen eines Nachrüstungs-Großprojektes im Jahr 2013 zum Breiten-Einsatz. Das CMS-Modul wird unabhängig von der jeweiligen Steuerungsumgebung entweder als komplette Stand-Alone-Lösung oder als TopBox-Variante in einem vorhandenen Schaltschrank installiert.

 


Komplettangebot für die Nachrüstung

Das Systemangebot der Bachmann Monitoring GmbH für Nachrüstungs-Projekte umfasst neben der speziellen Hard- und Software auch den weltweiten Monitoring Service.